Reinheitsklasse: Was bedeutet das?
Industriegase sind in verschiedenen Reinheitsgraden erhältlich. Dabei gilt: Höhere Reinheit bedeutet nicht automatisch bessere Eignung. So ist Stickstoff mit einer Reinheit von 99,999 % nicht "besser" als einer mit 95 %, er enthält lediglich weniger Verunreinigungen, vor allem weniger Sauerstoff. Welche Reinheit erforderlich ist, hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Prozesse wie Laserschneiden oder das Tempern von Metallen erfordern sehr reinen Stickstoff, um Oxidation bei hohen Temperaturen zu vermeiden. Für viele Inertisierungsanwendungen hingegen reichen Reinheiten von 95 bis 98 % völlig aus, um Brände oder Explosionen zu verhindern. Eine höhere Reinheit bringt hier keinen zusätzlichen Nutzen.
Kleine Unterschiede, große Kosten
Betrachtet man die Qualitätsstufen mit 99,9 %, 99,99 % und 99,999 % sprechen wir über eine Kostendifferenz von Zehntausend Euro, je nach Produktion-Volumen kann die Kostendifferenz auf an die Hundertausende Euro steigen. Mit anderen Worten: Bezogen auf die Stickstoff-Reinheitsklassen können die minimalen Unterschiede von 0,01% bereits enorme Kosteneinsparungen bedeuten. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass nicht nur die Qualität ausschlaggebend ist, sondern auch die Produktionsanlage, die dafür notwendig ist. Denn je reiner der produzierte Stickstoff für Ihre Anwendung sein soll, desto größer muss die Produktionsanlage sein.
Um eine hohe Qualität / Stickstoff-Reinheitsklasse zu erzielen, bedarf es an einer hohen Druckluftmenge, die durch die Membranen (vereinfacht gesagt durch das Sieb) geschleudert wird. Für die erforderliche Druckluftmenge wird also ein dimensionierter Kompressor benötigt. Doch damit nicht genug, denn für die eigene Stickstoff-Produktion vor Ort zählt nicht nur der Kompressor, sondern auch weitere Ausrüstung wie zum Beispiel ein Drucklufttrockner und Druckluftbehälter, zu einer optimalen Stickstoff-Produktionsanlage. Jede Menge Ausrüstung, die auf Ihre Kosten kommen, doch zieht man die Bilanz zwischen der eigenen Stickstoff-Erzeugung und der Rechnungen Ihres Stickstoff-Lieferanten, stellt man fest, dass die Vor-Ort-Produktion doch die günstigere Variante für Sie ist.